Systemtool-OSX-Bootstick basteln

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polysom

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1  Di Jul 22, 2008 12:32
Da an meinem neuen iMac meine DiskWarrior-CD nicht mehr booten wollte, musste ich mir etwas anders einfallen lassen. Daher habe ich mir nun einen bootbaren USB-Stick gebastelt, auf dem ich dann DW installiert habe. Und so gehts:

1. Zuerst benötigt man einen großen USB-Stick. Dieser sollte mindestens 8 GB groß sein. Etwas größer wäre nicht schlecht, aber da 12 GB-Sticks momentan doch noch etwas teuer sind, habe ich einen 8 GB-Stick genommen.

2. Dieser Stick wird nun mit dem Festplattendienstprogramm partitioniert (eine Partition, GUID-Partitionstabelle), mit HFS+ formatiert und mit einem passenden Namen benannt (bei mir "OSX-Bootstick"). Die GUID-Partitionstabelle ist für Intel-Macs (PPC wäre "Apple-Partitionstabelle").

3. Nun aktiviert man auf dem Stick noch die Eigentümer. Dazu gibt man im Terminal (bei eingestecktem Stick) ein: sudo /usr/sbin/vsdbutil -a /Volumes/OSX-Bootstick. Bestätigt mit Enter und seinem Passwort. Nun sollte bei dem Stick im Festplattendienstprogramm unter "Eigentümer aktiviert:" ein Ja stehen.

4. Nun geht es ans Installieren von OS X auf dem Stick. Dazu legt man die Leo-Install-DVD ein, mit der man auch Leo auf seinem Mac installiert hat. Am besten ist es, wenn man den Stick nun nicht über die Tastatur, sondern direkt am Mac anschließt. Dann startet man neu und bootet von der Install-DVD.
Man wählt nun wie üblich die Sprache aus und dann den Stick als Zielvolume. Unter den Installationsoptionen wählt man nun alles ab, was nicht gebraucht wird (Druckertreiber, X11, iLife, zusätzliche Schriften, Sprachen...). Dies ist besonders wichtig, wenn der Stick nur 8GB groß ist, da sonst der Platz zu klein ist. Solange der Speicherplatz noch zu klein ist, ist die Zahl welche den Platzbedarf angibt rot.
Dann installiert man OS X. Dies dauert bei dem Stick jetzt seeeehr lange.

5. Sobald dann alles installiert ist startet OS X zum ersten Mal vom Stick. Nun muss man noch das OS X personalisieren, einen Account einrichten usw. Schnell ist das OS X, das man vom Stick ausführt nicht, es ist eher seeeeeehr langsam und man braucht viel Geduld. Ist man dann endlich auf der Benutzeroberfläche angelangt ist es nun erforderlich erst einmal Platz zu schaffen. Dazu löscht man mit Monolingual alle Sprachen die man nicht braucht. Dann löscht man alle großen Programme, die man auf dem Stick nie braucht. Programme die das System dringen braucht (QT...) natürlich nicht! Große und unwichtige Ordner (wie /Library/Dictionaries) bzw. deren Inhalt können auch weg. Es muss hinterher ca. 2 GB Platz sein.

6. Hat man genügen Platz geschaffen kann man nun mit dem Combo-Updater das OS X erstmal auf den neusten Stand bringen. Sodann sollte man alles das Resourcen kostet abstellen (animiertes Dock, farbiges Hintergrundbild usw.). Dann kann man die benötigten Systemtools installieren, in meinem Fall DiskWarrior. Theoretisch könnte man hier noch andere Tools installieren (iDefrag, Data Rescue, TechTool usw.) und sich somit einen umfangreichen ErsteHilfe-Systemtool-Stick zimmern. :)

7. Booten lässt sich von dem Stick dann stehts indem man ihn am USB-Port anschließt, beim Booten die alt-Taste drückt und am erscheinenden Menü den Stick auswählt.
An einem Intel-Mac klappt das gut so, an einem PPC ist das glaube ich etwas kniffliger (aber nicht unmöglich), da habe ich das auch oft vergeblich versucht sowas zu machen (ist mir nur ein Mal gelungen).

Fertig! Nun hat man einen bootbaren OS X-Stick denn man überall hin mitnehmen kann. :)


(Anleitung für Lion s. #12)
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Macci

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2  Di Jul 22, 2008 12:36
PPC-Macs booten nicht von USB. So mein bisheriger Wissensstand.
3  Di Jul 22, 2008 12:40
Danke für die Anleitung. Geht aber nur mit Intel-Macs, oder?

Zu den Sticks: 16GB-Sticks bieten momentan das beste Preis-Leistungsverhältnis und sind bereits mit modernem HighSpeed-FLASH ausgestattet. 8GB-Sticks sind nicht mehr zeitgemäss. Hier handelt es sich oft noch um Restbestände mit veralteter Technik

16GB bekommt man z.B. auf ricardo.ch für Fr. 50 resp ca. € 30.

Gruss
Andreas

polysom

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4  Di Jul 22, 2008 13:15
Bei meinem PPC hatte ich mir mal mit Clone X einen bootbaren Stick gemacht. Davon lässt sich dann auch mittels alt-Taste booten. Nur darauf lässt sich dann leider kein DiskWarrior installieren.
Bei Intel-Macs ist das Ganze wesentlich einfacher.

@AndreasG: HighSpeed-FLASH wäre in der Tat besser, denn OS X ist schon recht zäh vom Stick aus. Aber wenn das Programm dann mal geladen hat gehts.


Was auch toll ist, ist die absolute Stille beim Booten. :)
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5  Di Jul 22, 2008 13:33
polysom hat geschrieben:@AndreasG: HighSpeed-FLASH wäre in der Tat besser, denn OS X ist schon recht zäh vom Stick aus. Aber wenn das Programm dann mal geladen hat gehts.

Beim Mac ist ja - selbst unter Leo - am USB2-Port nicht viel mehr als 18MB/s drin. Immerhin etwas mehr als die 12-14MB/s wie unter Tiger. Ein Super-Highspeed-Stick hilft so gesehen also nicht besonders viel.

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es heute noch durchaus Sticks zu kaufen gibt, die mit Datentransferraten auch beim Lesen von unter 10MB/s glänzen. Schreiben tun solche Sticks dann oft mit vielleicht 3MB/s. Und schreiben muss OSX beim Booten ja auch.

Also lieber etwas mehr für 16MB ausgeben, als den billigsten 8MB-Stick vom Tchibo oder Aldi nehmen ;)

Gruss
Andreas
6  Di Jul 22, 2008 13:50
AndreasG hat geschrieben:Also lieber etwas mehr für 16MB ausgeben, als den billigsten 8MB-Stick vom Tchibo oder Aldi nehmen ;)

Gruss
Andreas


ich denke, mit 8 oder 16 MB kommt das apple BS schon länger nicht hin :D

ich würde dir nen 8 oder 16 GB Stick empfehlen *besserwisseraus* :grin: :grin:
7  Di Jul 22, 2008 16:29
Ach, immer diese Tüpflischiisser :D

jodruck

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8  Mi Jul 23, 2008 14:26
Hallo,
warum gibt es eigentlich keine Firewire-Sticks? Oder gibt es so etwas und ich habe es lediglich übersehen.
In meiner Firma stehen PPC, zu Hause ein Intel-iMac. Also habe ich eine kleine Firewirefestplatte (80 GB) für den Zweck.
Der PPC G5 (nicht der G4) startet übrigens mit dem auf dem Intelmac installierten Leoparden (GUID-Part).
Gruß Jodruck

kaffee-micha

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9  Mi Jul 23, 2008 14:37
Ich würde ja auch eine kleine FireWire-Festplatte vorziehen. Ist doch wesentlich schneller als so ein USB-Stick und mitnehmen kann man die Teile auch gut.


micha
kaffeetante ist ab sofort offline

Pahe

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10  Mi Jul 23, 2008 14:56
kaffee-micha hat geschrieben:Ich würde ja auch eine kleine FireWire-Festplatte vorziehen. Ist doch wesentlich schneller als so ein USB-Stick und mitnehmen kann man die Teile auch gut.


micha

So mache ich das mit meiner FW-Serviceplatte schon lange und klappt bestens. Da gibt es mit 160 GB auch kein Platzproblem.

Aber danke trotzdem für die Anleitung, polysom!

Ich habe den Thread schon mal in das Wie & Was verschoben.
Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.«
Ödön von Horváth (1901 − 1938)

Macmacfriend

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11  Fr Jun 15, 2012 11:33
Und hier wird beschrieben, wenn man eine startfähige DiskWarrior-CD/DVD herstellen kann:

http://supportdb.alsoft.com:591/FMPro?- ... p=82&-find

Macmacfriend

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12  Sa Jun 16, 2012 10:04
Ergänzung von polysom


Beim Lion gilt es beim Herstellen des Bootsticks im Vergleich zur Anleitung in #1 einige Besonderheiten zu beachten:


1. Zuerst brauchst du einen Stick mit mindestens 8GB, für Lion am besten mehr!

2. Dieser Stick wird nun mit dem Festplattendienstprogramm partitioniert (eine Partition, GUID-Partitionstabelle), mit HFS+ formatiert und mit einem passenden Namen benannt (bei mir "OSX-Bootstick"). Die GUID-Partitionstabelle ist für Intel-Macs.

3. Nun aktiviert man auf dem Stick noch die Eigentümer. Dazu gibt man im Terminal (bei eingestecktem Stick) ein: sudo /usr/sbin/vsdbutil -a /Volumes/OSX-Bootstick. Bestätigt mit Enter und seinem Passwort. Falls dein Stick anders heißt musst du natürlich den Namen deines Sticks gegen das "OSX-Bootstick" ersetzen. Nun sollte bei dem Stick im Festplattendienstprogramm unter "Eigentümer aktiviert:" ein Ja stehen.

4. Jetzt kommt der knifflige Teil, zumindest wenn der Stick "nur" 8GB hat. Dann meckert der OSX-Installer nämlich er hätte nicht genügend Platz. Ich hab dann Lion auf eine alte Festplatte installiert, alles gelöscht was man nicht ganz dringend braucht (Sprachen, große Schriften, große Programme). So dass alles max 7,5GB groß ist. Und dann mit CCC auf den Stick geklont.
Hat man einen schön großen Stick, dann kann man Lion auch direkt auf den Stick installieren. So wie man Lion auch normal installieren würde, nur halt auf den Stick. Am besten ist es, wenn man den Stick nun nicht über die Tastatur, sondern direkt am Mac anschließt. Das installieren oder klonen dauert extreeem lange (außer man hat alles schon in USB 3).

5. Sobald dann alles installiert ist startet OS X zum ersten Mal vom Stick. Nun muss man noch das OS X personalisieren, einen Account einrichten usw. Schnell ist das OS X, das man vom Stick ausführt nicht, es ist eher seeeeeehr langsam und man braucht viel Geduld. Ist man dann endlich auf der Benutzeroberfläche angelangt ist es nun erforderlich erst einmal Platz zu schaffen. Dazu löscht man mit Monolingual alle Sprachen die man nicht braucht. Dann löscht man alle großen Programme, die man auf dem Stick nie braucht. Programme die das System dringen braucht (QT...) natürlich nicht! Große und unwichtige Ordner (wie /Library/Dictionaries) bzw. deren Inhalt können auch weg. Es muss hinterher ca. 2 GB Platz sein.

6. Hat man genügen Platz geschaffen kann man nun mit dem Combo-Updater das OS X erstmal auf den neusten Stand bringen. Sodann sollte man alles das Resourcen kostet abstellen (animiertes Dock, farbiges Hintergrundbild usw.). Dann kann man die benötigten Systemtools installieren, in deinem Fall DiskWarrior. Theoretisch könnte man hier noch andere Tools installieren (iDefrag, Data Rescue, TechTool usw.) und sich somit einen umfangreichen ErsteHilfe-Systemtool-Stick zimmern.

7. Booten lässt sich von dem Stick dann stehts indem man ihn am USB-Port anschließt, beim Booten die alt-Taste drückt und am erscheinenden Menü den Stick auswählt.

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