Monitor-Auswahlkriterien

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1  Mi Mär 24, 2010 17:52
 
 
 
Von gandalf




Hallo,


anlässlich der Diskussion um den "richtigen" Monitor hier ein paar Hilfen, um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Ein Monitor hat immer den Spagat zu leisten zwischen einem möglichst scharfen und kontrastreichen Bild und der tatsächlichen Größe der Bildschirm-Elemente (Grafik, Schrift usw.) bei der nativen Auflösung.

Sind die einzelnen Pixel zu groß, also die Auflösung des Monitors gering, erscheinen zwar Schrift und Bilder schön groß, aber man sieht die einzelnen Pixel und die Abbildung wirkt unscharf.

Wenn die Pixel sehr klein sind, die Auflösung also sehr hoch ist, hat man zwar ein knackscharfes Bild, aber Schrift, Icons usw. sind oft winzig klein. Man könnte das zwar alles vergrößern, dann aber leidet wiederum die Schärfe. Das alles gilt natürlich nur, wenn das Display in der "nativen" Auflösung betrieben wird.

Die Computerwelt hat sich für die meisten Geräte auf Standardwerte geeinigt. Diese werden zwar nicht immer genau eingehalten, können aber einen Anhaltspunkt geben. Als "normal" gelten folgende Werte:

15 Zoll = 1280 x 800 Pixel
17 Zoll = 1440 x 900 Pixel
20 Zoll = 1680 x 1050 Pixel
24 Zoll = 1920 x 1200 Pixel
30 Zoll = 2560 x 1600 Pixel

Bei all diesen Wertepaaren sehen Schrift und Grafik etwa gleich groß aus und entsprechen bei passendem Betrachtungsabstand einer ergonomisch sinnvollen Darstellung.

Klar ist aber auch, dass damit bei schrumpfender Bildschirmgröße immer weniger vom Inhalt auf einer Monitorseite Platz hat. So ist z. B. die ungefähr maßstabsgerechte 1:1-Darstellung einer DIN A4-Seite erst mit einem 24 Zöller möglich.

Anzumerken ist, dass in letzter Zeit Displays zunehmend ein Seitenverhältnis von 16:9 statt wie bisher 16:10 aufweisen. Dies ist dem HD-Format für Filme geschuldet und bedeutet in der Praxis, dass in der Senkrechten bei etwa gleicher Diagonale weniger Pixel dargestellt werden, also etwa 1920 x 1080 anstatt 1920 x 1200.

Dies bedeutet, dass speziell bei MacBooks und iMacs die Bildschirmdarstellung recht klein, bei den neuen iMacs und dem 17er MacBook Pro sehr klein ist.

21 Zoll mit 1920 x 1080 und 27 Zoll mit 2560 x 1440 Pixel oder gar 1920 x 1200 am 17er MacBook Pro sind zwar superscharf aber bei nativer Auflösung halt auch winzig klein bei Icons, Bildern und Schrift.

Da muss man als Normalsichtiger schon fast zur Vergrößerung greifen, was nun nicht so sinnvoll ist. Sicher, man kann durch den Betrachtungsabstand das Problem etwas kompensieren, aber z. B. beim 17er Book ständig mit der Nase fast am Bildschirm zu hängen, ist nun auch nicht das Gelbe vom Ei.

Nun wird leider die Frage der Ergonomie allzu oft auf die Bildschirmauflösung reduziert. Dabei gibt es weitere Faktoren, die ebenso wichtig für die Gesundheit am Bildschirm-Arbeitsplatz sind:

Ein wichtiger Punkt ist die Frage „Glossy oder Matt?“. Lange Diskussionen sind dazu im Forum schon entstanden. Die Antwort ist wie immer eine Sache der persönlichen Präferenzen.

"Glossy" gibt es bei Macs in zwei Ausführungen: die weißen MacBooks haben ein Display mit glänzender Kunststoff-Oberfläche, die Alu-Unibodies und Alu-iMacs verfügen über eine Glasplatte, die vor dem eigentlichen Display sitzt. Für die MBPs 15 und 17 Zoll ist als kostenpflichtige Option auch ein mattes Display ohne Glas davor erhältlich.

Grundsätzlich gilt: Glossy-Displays stellen die Farben "knackiger" dar und haben größere Helligkeitsreserven. Dafür spiegeln vor allem die Modelle mit Glasscheibe unter ungünstigen Lichtbedingungen sehr stark. Die matten Displays erscheinen etwas unschärfer, wirken nicht so lebendig, aber sie sind weit weniger empfindlich gegen Fremdlicht.

Man sollte am besten beide vergleichen, dabei unterschiedliche Positionen zu Lichtquellen ausprobieren und dann nach dem eigenem Geschmack entscheiden.

Beim Bildschirm spielen noch weitere Faktoren eine Rolle. Zunächst ist klar, dass wegen der (wenn auch geringen) Strahlung und der elektrostatischen Aufladung bei Röhrenmonitoren, LC-Displays den herkömmlichen CRTs durchweg vorzuziehen sind.

Um das für die Augen anstrenge Flimmern der Anzeige zu vermeiden, müssen CRTs mit sehr hoher Bildwiederholfrequenz betrieben werden. 100 Hz sollten es sein, während bei LCDs 60 Hz ausreichen, um Flimmern zu verhindern.

Die Abbildung von Grafik und Schrift ist auf einem LCD (bei nativer Auflösung) wesentlich schärfer als auf einem CRT. Bei der Farbgenauigkeit hatten die CRTs lange Zeit die Nase vorn. Moderne LCDs können Farben mittlerweile genauso gut darstellen, hochwertige LCDs sogar noch besser. Die Zeit der Röhrenmonitore ist definitiv und endgültig vorbei.

Noch ein Wort zu den Farben: Jedes Display, von dem man eine korrekte Farbbalance für die Bearbeitung von Fotos und Videos erwartet, muss unbedingt mittels eines entsprechenden Tools kalibriert werden.

Der Glaubenskrieg um das "richtige" oder "amtliche" Kalibriergerät füllt hier ebenfalls etliche Seiten. Richtig ist, dass die billigen Geräte wie bspw. Pantone Huey oder Spyder3 Express nicht viel taugen. Brauchbar sind dafür Spyder3 Elite, XRite Color Munki Photo und natürlich das SilverHaze Pro DTP 94.

Davon ist das Spyder das billigste Gerät, der Munki kann zusätzlich Drucker kalibrieren, ist jedoch der teuerste und der Silver Haze ist besonders hochwertig, kann aber die DCC-Funktionen bei der Kalibrierung von Fremdmonitoren (alles außer Quito) nicht nutzen.

Dies kann der Color Munki und er kommt auch am besten mit den Glasscheiben vor den Displays zurecht, da er eine andere Messmethode nutzt. Kalibriert werden muss regelmäßig, also mindestens alle drei Monate.

Wem Farbtreue wichtig ist, sollte entsprechend regelmäßig seinen Monitor mit einem geeigneten Gerät kalibrieren. Einige Leihgeräte kursieren übrigens auf dem Sofa.

Neuere Displays haben als Hintergrundbeleuchtung ein LED-Array, ältere verwenden kleine Leuchtstoffröhren. Die inzwischen ausgereifte LED-Technik ist in jeder Hinsicht vorteilhaft, zumal das Display bereits nach wenigen Sekunden seine volle Helligkeit erreicht hat, was bei herkömmlicher Technik bis zu 30 Minuten dauern kann.

Die Leuchtkonstanz von LEDs ist zudem weitaus länger stabil, d. h. Helligkeit und Farbgebung verändern sich durch Alterung nicht so stark und eine Kalibrierung ist seltener nötig. Und, last but not least, brauchen LEDs deutlich weniger Strom, was die Betriebskosten senkt.

Man sollte heute also kein hochwertiges Display mit herkömmlicher Hintergrundbeleuchtung mehr kaufen, sondern unbedingt zu einem mit LEDs greifen.

Ergonomie ist jedoch beim Computern ein weites Feld. Faktoren wie Betrachtungsabstand zum Display, Sitzhöhe in Relation zu Bildschirm- und Tastaturhöhe, die Sitzposition sowie die Stellung von Armen, Händen und Füßen beeinflussen bei längerer Arbeitszeit vor dem Bildschirm das körperliche Befinden mindestens so stark wie die optischen Faktoren.

Außerdem spielen Faktoren wie Raumbeleuchtung, Luftfeuchtigkeit und Temperatur eine maßgebliche Rolle. Apple hat dazu eine sehr informative Seite eingerichtet, deren Lektüre ich jedem User sehr empfehlen kann:

http://www.apple.com/about/ergonomics/index.html

In Auszügen liegen diese Hinweise auch jedem Mac in der Dokumentation bei. Ich hoffe wenigstens, dass dies immer noch so ist.

Betrachtet man sich jedoch in Firmen und Haushalten, unter welchen Umständen dort oft am Rechner gearbeitet wird, verwundert es nicht, dass wir ein Völkchen von Rücken- und Augenkranken geworden sind.

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